AUSSTELLUNG: WILHELM SCHERUEBL – „Über Wasser gehen“

Eröffnung: Fr., 3. Mai 2019 um 20 Uhr

Einführende Worte: Petra Noll-Hammerstiel, Kuratorin

Ausstellungsdauer: 4.5.–15.6.2019

Öffnungszeiten: Do–Sa, 17–20 Uhr sowie zu den Bürozeiten Di–Fr 9–14 Uhr (bitte nach telefonischer Vereinbarung)

 

Der Bildhauer Wilhelm Scheruebl aus Radstadt beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Transformation und den Strukturen der Natur, dem Werden und Vergehen von Materie sowie mit dem Verhältnis von künstlerisch-künstlichen und natürlichen Prozessen. Kunst/Kultur und Natur führt er in multimedialen, mit Pflanzen und Naturmaterialien – oft aus seinem Lebensumfeld – kombinierten Installationen zusammen. Das prozessuale Tun ist hierbei wichtigstes Anliegen. Pflanze, Licht und Wasser als Synonyme für das Lebendige dienen ihm als Arbeitsmaterial, als bildnerische Mittel. In dem Objekt „Hexagon“, einem erweiterbaren Modul aus verzinktem Stahl, sind echte Pflanzen in Übertöpfen und Wachstumslampen integriert; es prallen eine geometrisch-künstliche Form und ein natürlicher Prozess aufeinander. Menschliche Eingriffe und deren Auswirkungen auf die Natur zeigt eine Fotoserie von Bäumen, die auf das Abbinden durch Kabelbinder reagieren. In der Ausstellung sind auch autonome Skulpturen ausgestellt, wie ein Holzhaus als Exempel für die menschliche Konstruktion, hölzerne Ringe als Synonym für den Lebenskreislauf, ein Nussbaumstamm auf einer Metallkonstruktion und eine Holzbox, beide perforiert, oder auch das zwölfseitige Gebilde „Small Cosmos“, Verweise auf die Fragilität des Daseins. Lebenswichtigstes Element neben dem Licht ist das Wasser, dieses setzt Scheruebl in jedem Aggregatzustand ein: In den „Minusaquarellen“ werden Aquarellfarben und Tusche großflächig auf Papiere aufgetragen und im Winter dem Frost ausgesetzt. Die wasserhaltigen Farben frieren zu Kristallen, zu Eisblumen – somit schafft die Natur selbstständig sehr poetische Kunstwerke. Das Video „Unschuld – über Wasser gehen“ beschäftigt sich mit Wasser in Form von Schnee. Der Künstler geht auf Skiern durch eine unberührte Schneelandschaft; das Sonnenlicht transformiert Dreidimensionales zu zweidimensionalen Schattenzeichnungen. Die künstlerische Tätigkeit wird auch hier durch Naturvorgänge ersetzt.

Mit den Arbeiten der Installation bietet Scheruebl eine eigene Ordnung auf dem Weg zum Verständnis des (menschlichen) Daseins an.

 

 

  • © Lorenz Masser

 

Bildunterschriften:

1 „Minusaquarell / Indigo“, 2014, Aquarell auf Papier, 75 x 75 cm

2 „Unschuld – Über Wasser gehen“, 2019, Still aus Video, 13 min geloopt (Foto: Christian Rajec)

3 „Box-P, 2014–2019“, Erlenholz, weißer Kunststeinguss, 72 x 72 x 75 cm

4 „Nuss“, 2017/2018, Nussbaum, Metall, 160 x 80 x 220 cm

 

Fotos (außer „Unschuld – Über Wasser gehen“): Archiv Scheruebl © Bildrecht, Wien

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