AUSSTELLUNG: Ulrike Lienbacher – Bricolage

(Eröffnung am Fr., 28. November 2014, Dauer bis 17. Januar 2015)

Ulrike Lienbacher, geboren 1963 in Oberndorf, lebt in Salzburg und Wien, vertreten durch die Galerie Krinzinger in Wien

Bricolage

In ihrem multimedialen Werk untersucht die in Wien und Salzburg lebende Künstlerin Ulrike Lienbacher bereits seit vielen Jahren den (meist weiblichen) Körper, an dem sich in Gesten und Haltungen von der Gesellschaft geprägte Vorgaben von Disziplin, Leistung, Ordnung, Sauberkeit, Fitness und Sexualität abzeichnen. Sie thematisiert zudem die Angst des Individuums vor Kontrollverlust, Unzulänglichkeit und Versagen. In dieser Ausstellung mit zum Teil neuen Skulpturen sowie Zeichnungen, Foto- und Videoarbeiten wird unter dem Titel „Bricolage“ – im Sinne von Neukontextualisierung und -interpretation – der Fokus auf das „Sich-Präsentieren“, das Posieren, das „Gefallen-Wollen“ des Subjekts gelegt. Lienbacher paraphrasiert die heutige „Castinggesellschaft“, in der jeder mit jedem in eine Konkurrenzsituation gesetzt wird. Unter diesem Aspekt hat Ulrike Lienbacher einige Arbeiten ihrer 2001 entstandenen Offset-Serie „Pin Up Übungen“ neu bearbeitet. In den nun lebensgroß geprinteten Fotografien werden nicht nur Disziplinierungsregime und Selbstkontrolle sichtbar, sondern auch das bewusste Genießen eines verführerischen Moments sowie ein submissives Bemühen um Anerkennung durch den Blick der BetrachterInnen. Im Hinunterschauen von der Galerie der Kunsthalle bekommen Beobachtung und Kontrolle, aber auch Bewunderung einen besonderen Stellenwert. In Verbindung dazu stehen auch Lienbachers skulpturale Arbeiten, ornamental und perfekt gedrechselte Formen, die Möbelelemente oder Sportgeräte zitieren und ebenso wie die Pin Ups sowohl von Diszipliniertheit als auch von Verkünstelung sprechen. Für die neu entstandenen Objekte werden Nippesfiguren bekannter Porzellanmanufakturen weiterbearbeitet. In den präzise ausgeführten Zeichnungen – immer auch zentrales Medium ihrer künstlerischen Arbeit – mit zum Teil fragmentarischen, entindividualisierten Einzelfiguren oder Gruppen sowie in der Videoarbeit „Lauf“ und weiteren Fotoarbeiten geht es nicht nur um die Auseinandersetzung mit gängigen Körper- und Fitnessidealen, sondern auch ganz fundamental um Identität(sverlust).

 


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