AUSSTELLUNG: Timm Ulrichs „Trial & Error“

Eröffnung: 25. November 2016 um 20 Uhr

Einleitende Worte: Petra Noll, Kuratorin

Dauer: 26. November 2016 – 21. Jänner 2017

Öffnungszeiten: Do bis Sa, 17:00 – 20:00 Uhr, Fr 20.01. & Sa 21.01., 17:00 – 23:00 Uhr, sowie nach telefonischer Vereinbarung

 

Die erste große Überblicksschau des selbsternannten „Totalkünstlers“ und „Universal-Dilettanten“ Timm Ulrichs in Österreich zeigt prägnante Arbeiten aus allen Tätigkeitsbereichen des bekannten deutschen Konzept- und Körperkünstlers, Aktionisten und Neodadaisten. Basis der Ausstellung bietet dabei die Sammlung des Kunstmuseums Ahlen in Deutschland. Als „Erstes lebendes Kunstwerk“, zu dem sich Ulrichs 1961 erklärt und mehrfach in einem Glaskasten präsentiert hat, ist er in die Kunstgeschichte eingegangen. Als Totalkünstler arbeitet er intermedial und interdisziplinär. Seit über 50 Jahren setzt sich der umtriebige, produktive und ideenreiche Künstler und Documenta-Teilnehmer mit der Absurdität menschlicher Existenz, mit Leben und Tod sowie mit der Relativität menschlicher Maßstäbe, Einrichtungen und Ordnungsstrukturen (wie mit Zeit- und Maßeinheiten, Statistiken oder mit dem Kunstbetrieb) auseinander. Grundsätzlich geht er – mit zum Teil extremen Aktionen – augenzwinkernd von seinem Ich als „Maß aller Dinge“ aus. Ein präferiertes Thema ist die Sprache; Ulrichs setzt Sprichwörter, Begriffe und Redewendungen in Bilder, Objekte, Multiples und Installationen um und führt den Gebrauch der Sprache mit dadaistischem Witz, paradoxen „Sinn“-Konstruktionen sowie philosophischem Tiefgang ad absurdum. Der Titel der Ausstellung, „Trial & Error“, bezieht sich auf eine Methode, bei der durch immer neue Versuche Probleme gelöst werden können. Im Hinblick auf Ulrichs’ Werk, das gar nicht auf Lösungen hinarbeitet, sondern durch Verwirrung und Täuschung das Denken stimuliert, ist die Wahl des Titels ein gelungener geistreicher Coup.

Biografie Timm Ulrichs. *1940 in Berlin (DE), lebt und arbeitet in Hannover, Münster und Berlin. 1959–1966 Architekturstudium an der Technischen Hochschule Hannover. 1961 Gründung der „Werbezentrale für Totalkunst & Banalismus“ mit „Zimmer-Galerie & Zimmer-Theater“ (Selbstausstellung als „Erstes lebendes Kunstwerk“ u.a.m.) und 1969 einer „Kunstpraxis“ („Sprechstunden nach Vereinbarung“). 1969–70 Gastprofessur an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. 1972–2005 Professur an der Kunstakademie Münster. Einzelausstellungen (Auswahl): 1966 Frankfurt/M., Galerie Patio, „Erstes lebendes Kunstwerk“ (K). 1970 Wien, Galerie nächst St. Stephan, „Bildräume + Raumbilder“. Krefeld, Museum Haus Lange, „Totalkunst“ (K). 1975 Braunschweig, Kunstverein – Hagen, Karl-Ernst-Osthaus-Museum – Heidelberg, Kunstverein – Hannover, Kunstverein, „Retrospektive 1960–1975 (K). 1984 Ludwigshafen/Rh., Wilhelm-Hack-Museum, „Totalkunst: Angesammelte Werke“ (K). 1994 Budapest, LudwigMuseum. 1997 Berlin, Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, „Der detektorische Blick“ (K). 2001 Antwerpen, Middelheimmuseum, „Van huis tot huis – Von Haus zu Haus“. 2002 Hannover, Sprengel Museum, „Die Druckgrafik“ (K). 2007 Celle, Kunstmuseum, mit Sammlung Robert Simon, „Beuys – Ulrichs. Ich-Kunst, Du-Kunst, Wir-Kunst“ (K). 2009 Sofia, The Sofia City ARt Gallery (K). 2010 Waldenbuch, Museum Ritter, „Blick zurück nach vorn“ (K). Hannover, Kunstverein und Sprengel Museum, „Betreten der Ausstellung verboten! Werke von 1960 bis 2010 (K). 2012 Ingolstadt, Museum für Konkrete Kunst, „Bilder-Finder – Bild-Erfinder“ (K). Zahlreiche Beteiligungen an internationalen Gruppenausstellungen von 1969 bis heute.

 

Ausstellungsansichten, Fotos: Matthias Reichelt
„Mit Kriegslist und Tücke“, 1974/94, Schachbrett, 2,5 x 51,6 x 51,6 cm, und -figuren, 5– 9,5 cm hoch, mit Tarnfarben bemalt, Foto: Carsten Gliese.
Denkmal der gestürzten Denkmäler“, 1996/98. Modell, M 1:10, zum Wettbewerb »Denkmal 17. Juni 1953«, Berlin, 50 x 50,1 x 50,1 cm, Foto: Roland Schmidt
„Wurzel-Werk“, 1980/89/2010. Der Künstlerkopf als Pflanztopf: 
in Beton-Hohlformen gewachsene Buchsbäume, Foto: Siegfried Renvert und Gisela Schäper

 

 

  • © Roland Schmidt-Fotografie

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