AUSSTELLUNG: MARTIN SCHNUR „Natural-Metapher“

Ausstellungsdauer: 08. April – 12. Mai 2017

Öffnungszeiten: Do–Sa, 17–20 Uhr und nach tel. Vereinbarung

 

Unter dem Titel „Natural Metapher“ zeigt Martin Schnur, der in Wien lebt und arbeitet, großformatige Ölbilder auf Leinwand oder Kupfer sowie Pastelle auf Papier der letzten zwei Jahre. Der aus der Bildhauerei kommende Künstler hat im Laufe der Jahre immer mehr zur Malerei gefunden und in seinen meist figurativen Bildern ein spezielles Bild-im-Bild-System, bestehend aus unterschiedlichen Raum- und Wirklichkeitsebenen, entwickelt. Hierbei spielen Landschaften in Form fragmentarisch zitierter Wald-, Wiesen- oder Teichgebiete sowie urbane Innenräume mit inszenierten Modellen, eine große Rolle. Außen- stößt auf Innenraum, Räume werden verschachtelt, prallen kontrastreich aufeinander, schieben sich ineinander, ergänzen sich oder werden durch eine Figur oder ein Element aus der Natur miteinander verbunden. Die dargestellten Menschen, meist Freunde und Bekannte, stellt Schnur häufig in eigentümlichen Posen dar, abgewandt, in sich gekehrt, fragil, isoliert und ohne (Blick-)Kontakt zum Betrachter. So sehr es Schnur um das Malen an sich, um Farbe, Form und Komposition, um altmeisterliche Techniken und große Meister der Kunstgeschichte geht, sowie um Stimmungen, die er durch Licht- und Schattenspiele unter dem Einsatz von Spiegeln, Blattgold oder reflektierenden Flächen wie Wasser erreicht, sind die Bilder doch auch voller inhaltlicher Interpretationsmöglichkeiten. Schnurs Verweigerung eindeutiger Narrationen und üblicher Ordnungen von Welt führen zu rätselhaften, irritierenden Bildkompositionen, zu einem verwirrenden Spiel mit Wirklichkeit und Traum, mit Sein und Schein, das die Imagination in besonderem Maße anregt.

Bedeutungsschwere Metaphern und Symbole geben Anhaltspunkte: Der in seinen Bildern nicht nur als technisches Mittel so dominante Spiegel deutet auf die Auseinandersetzung mit Identität, Seelenzustand und (Selbst-)Erkenntnis hin, symbolisiert aber auch Täuschung und Eitelkeit. In Märchen hat der Spiegel magische Eigenschaften, verweist auf verborgene Schätze und Geheimnisse. Der in einigen Bildern vorkommende Teppich ist in seiner fliegenden Form ein Element aus der Fantasiewelt der Märchen, wo er Zeit und Raum überwindet.

Im Überschreiten der rational ausgerichteten Realität hin zur offenen Poesie liegen die erweiterten Möglichkeiten der Einschätzung von Welt, dem Hier und Jetzt, in den Bildern von Schnur.

 

Kurz-Biografie

* 1964 in Vorau (Steiermark). 1982–1985 Kunstgewerbeschule Graz. 1985–1990 Akademie der bildenden Künste Wien, Bildhauerei bei Joannis Avramidis. Einzelausstellungen (Auswahl): 2017 Galerie Bechter Kastowsky, Wien. 2015 „Desillusion“, Galerie Bechter Kastowsky, Wien. 2014 „Peripheria“, Galerie Bechter Kastowsky, Wien. „Zonenschub“, Museum Hartberg. 2013 „Vorspiegelung“, Sammlung Essl, Klosterneuburg. 2009 „bipolar“, Lukas Feichtner Galerie, Wien. 2008 “Schein“, Augarten Contemporary, Wien. 2005 Kunsthaus Muerz, Mürzzuschlag. Galerie Schafschetzy, Graz. 2004 „Martin Schnur“, Lukas Feichtner Galerie, Wien. 2003 „Martin Schnur“, Galerie Binz & Krämer, Köln. „Martin Schnur. placing shadows“, Museum der Moderne Rupertinum, Salzburg. 2002 Heliogravuren der Serie „placing shadows“, Kupferstichkabinett der bildenden Künste Wien. „Where will you spend eternity“, Galerie Feichtner & Mizrahi, Wien. 2001 „Martin Schnur. Anonyme Räume“, Galerie Schafschetzy. steirischer herbst, Graz. 2000 „Martin Schnur“, T19-Galerie für zeitgenössische Kunst, Wien. „Die Bewegung am Rande eines Horizonts als Beginn möglicher Angriffe“, Neue Galerie Graz. 1998 „Infinity“, Galerie am Kirchplatz, Hartberg. „Shots in the dark“, Galerie Atrium ed arte, Wien. 1997 „Interference-Blue“, Galerie Schafschetzy, Graz. 1993 „Martin Schnur“, Galerie von der Milwe, Aachen. 1991 „Martin Schnur“, Galerie Würthle, Wien. Zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland seit 1991.

www.martinschnur.com

 


 

Bildunterschriften:

01 Ohne Titel, 2013, Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm, Foto: Daniela Beranek

02 Fliegende Schatten #3, 2016, Öl, Weißgold auf Leinwand, 164 x 230 cm, Foto: Daniela Beranek

03 Desillusion Vorraum #4, 2015, Öl auf Kupter, 100 x 90 cm, Foto: Daniela Beranek

04 „Fliegende Schatten“, 2016, Öl auf Lw, 220 x 164 cm, Foto: Daniela Beranek

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