AUSSTELLUNG: Johanna & Helmut KANDL

Glück auf!

Kuratorin: Petra Noll-Hammerstiel

Dauer: 5. Mai–30. Juni und 23.–26. August 2018
Öffnungszeiten:
5.5.–30.6.: Do–Sa 17–20 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung
23.–26.8.: Do 17–20 Uhr, Fr/Sa: 11–20 Uhr, So 10–13 Uhr

Führung Kuratorin: Sa, 25. August, 11 Uhr

 

Johanna Kandl setzt sich seit Jahren mit gesellschaftspolitischen Themen auseinander, insbesondere mit globalen ökonomischen Vernetzungen, mit Markt- und Handelsstrukturen, den Auswirkungen des Kapitalismus auf den Menschen bzw. mit den oft prekären Arbeits- und Lebensumständen von Kleinhändlern. Zu diesen Themen entstehen mit ironisch-provokanten, konsumkritischen Texten beschriftete, farbkräftige Bilder. Zusammen mit ihrem Mann Helmut Kandl, der von der Fotografie kommt und viel mit Archivmaterial gearbeitet hat, plant sie multimediale Ausstellungen, wobei meist lokale Gegebenheiten miteinbezogen werden.

Seit einiger Zeit beschäftigt sie sich mit Herkunft, Geschichte, Verwendung und Produktionsbedingungen von Malmaterialien. Dazu sind in der komplexen Ausstellung ebenso kritische wie auch informativ-didaktische Bilder, sinnliche Materialbilder, Fotos und Videos zu sehen, die sich mit diesen Materialien und den damit arbeitenden Menschen auseinandersetzen, aber auch die Mythen und Legenden nicht außer acht lassen.

Einige dieser Malmaterialien sind gleichermaßen Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln.
Zur Eröffnung hat Helmut Kandl Speisen und Getränke mit Ingredienzien angeboten, die sowohl als Malmaterialien verwendet werden wie auch in Nahrungsmitteln vorkommen.

Die Ausstellung bezieht sich auch auf die Region um Saalfelden und Leogang und hier im Speziellen auf die Bergbauvergangenheit. Neben Malmaterialien aus aller Welt werden deshalb Mineralien wie u.a. Azurit und Malachit, die Blau- und Grünfarben des Mittelalters, als Leihgaben der regionalen Museen – dem Heimatmuseum Schloss Ritzen in Saalfelden und dem Gotik- und Bergbaumuseum Leogang – auf Schautischen präsentiert. Zu dieser Thematik wird erstmals ein in diesem Jahr produzierter, von Helmut & Johanna Kandl konzipierter und vom Land Salzburg geförderter Film mit dem Titel „Azurit!“ gezeigt (Drehort: Stollen Schwarzleotal bei Leogang; Kamera und Schnitt: Arne Hector, Berlin).

Biografie

Johanna Kandl, geb. 1954 in Wien, 1972–1977 Konservierung und Technologie (Restaurierung) Akademie der bildenden Künste Wien.1977–1980 Studium der Malerei, Akademie der bildenden Künste Wien. 1980–1981 Studium in Belgrad. 2002 Würdigungspreis für Bildende Kunst, Land Niederösterreich. 2005–2013 Malereiprofessur an der Universität für angewandte Kunst Wien.
Helmut Kandl (geb. Schäffer), geb. 1953 in Laa/Thaya, 1974–1992 in der Wirtschaft tätig. 1987–1991 Betreiben der Galerie Brünnerstraße in Gaweinstal, Initiator von „FLUSS – NÖ Initiative für Foto- und Medienkunst“. 1991–1996 Geschäftsführer der Kunsthalle Krems. Gemeinsame Ausstellungen und Projekte im In-und Ausland seit 1997. Sie leben und arbeiten in Wien und Berlin.

 

 

 

 


 

Bildunterschriften:

1: Johanna Kandl, „Tomorrow is Ours“, 2017, Tempera und Gouache auf Holz, 170 x 250 cm

2: Johanna Kandl, Ohne Titel (Their work is important), 2016, Eitempera auf Holz, 120 x 80 cm

3: Johanna Kandl, Ohne Titel (Cochenille), 2017, Eitempera auf Karton, 120 x 80 cm

4: Johanna Kandl, O.T. (Leadership), 2018, Eitempera auf Karton, 120 x 80 cm

5 und 6: Helmut & Johanna Kandl, Azurit, 2018, Stills aus Video, ca. 7 min., Ton

7: Helmut Kandl, Hormozbrot, 2017, Still aus Video, ca. 5 min.

 

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