AUSSTELLUNG: GUDRUN KEMSA – „Move in Time“

Eröffnung: Freitag, 13.9.2019, 20:00 Uhr

Einführende Worte: Petra Noll-Hammerstiel, Kuratorin

Dauer: 14.9.–26.10.2019

Öffnungszeiten: Do–Sa, 17–20 Uhr sowie zu den Bürozeiten Di–Fr 9–14 Uhr (bitte nach telefonischer Vereinbarung)

Die Foto- und Videokünstlerin Gudrun Kemsa, geb. 1961 in Datteln/Deutschand, lebt und arbeitet in Düsseldorf, wo sie auch an der dortigen Kunstakademie studierte. Seit 2001 ist sie Professorin für „Bewegte Bilder und Fotografie“ an der Hochschule Niederrhein in Krefeld. Kemsa ist international auf Ausstellungen und Festivals sowie in zahlreichen Sammlungen vertreten.
Sie interessiert sich für öffentliche urbane Räume, Straßen, Architekturen und für die sich in und vor diesen bewegenden Menschen. Ihre oft großformatigen, in gleißend hellem Licht entstandenen Panorama-Fotoarbeiten, wie die Serie „Scènes“, und ihre Videos entstehen in Metropolen in der ganzen Welt. Dabei geht es Kemsa nicht um eine Charakterisierung spezifischer Stadtlandschaften, sondern um die Auseinandersetzung mit Raum, Zeit, Licht und Bewegung. Die fotografierten Situationen sind grundsätzlich real, aber nicht in einem dokumentarischen, erzählerischen Sinn. Mit einem ganz eigenen Blick für Komposition, Ausschnitt und Perspektive kreiert Kemsa Bilder mit einem übergeordneten Raum-Zeit-Verständnis. Die Menschen gleichen Schauspielern auf einer Bühne ohne dramaturgische Handlung und bestechen durch eine unglaubliche, fast skulpturale – Kemsa ist ebenso gelernte Bildhauerin – Präsenz. Die Zeit scheint still zu stehen und wird doch durch die (eingefrorene) Bewegung der Menschen visualisiert: Move In Time!
Basis der Fotografien ist eine zeitintensive Suche nach dem richtigen Ort und Moment, wobei Kemsa Elemente, die ihr Bildverständnis stören, teilweise digital beseitigt. In der in Paris entstandenen Serie „Scènes“ hat sie Menschen frei von Architekturen gegen den Himmel fotografiert. Durch die visuelle Beruhigung, die gleichzeitig den urbanen Raum fremd erscheinen lässt, wird eine Auseinandersetzung mit Realität und Fiktion in der Fotografie initiiert. In ihrem nachts von einem Boot aus gefilmten Video der Skyline von Pudong, dem modernen Finanz- und Handelszentrum von Shanghai, wirkt es, als sei die Architektur in Bewegung versetzt, Menschen sind nicht zu sehen. Kemsa gelingt es, durch eine langsame Kamerafahrt, unterstützt von Sound, die verstreichende Zeit fühlbar zu machen und das hektische touristische Sehen in ein bewusstes Wahrnehmen zu verwandeln. Auch hier: Move in Time!
In der Kunsthalle Nexus stellt sie u.a. Fotografien ihrer Serien „Urban Stage“ (Berlin), „Manhattan Stage“ und „Scènes“ sowie das Video „Pudong“ als Beamerprojektion aus.

 

 


 

Bildunterschriften:

  • 1) 60th_Street 02, 2016, C-Print, 45 x 90 cm
  • 2) Schiffbauerdamm 01, 2009, C-Print, 45 x 90 cm
  • 3) 16th Street 01, 2016, C-Print, 45 x 90 cm
  • 4) Scène 12_A, 2005, C-Print, 84 x 198 cm
  • 5) Scène 12_B, 2005, C-Print, 84 x 198 cm
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